Was ist Reittherapie?
Reittherapie — auch therapeutisches Reiten genannt — nutzt die Bewegung des Pferdes als therapeutisches Medium. Die dreidimensionale Schwingung des Pferderückens ähnelt dem menschlichen Gang und überträgt sich direkt auf den Körper des Reiters. Dadurch werden Muskeln, Gleichgewicht und Koordination auf natürliche Weise angesprochen.
Für Kinder mit Behinderungen bietet die Reittherapie einen einzigartigen Zugang: Die Wärme und Bewegung des Pferdes schaffen sensorische Erfahrungen, die in keiner Turnhalle nachgeahmt werden können.
Wie hilft Reittherapie Emilia?
Emilia lebt mit Muskelhypotonie — einer verminderten Muskelspannung, die ihre Bewegungen und Haltung erschwert. Die rhythmischen Bewegungen des Pferdes helfen ihr:
- Rumpfstabilität und Körperspannung aufzubauen
- Gleichgewicht und Koordination zu verbessern
- Sensorische Wahrnehmung zu schulen — Emilia lernt, ihren Körper im Raum besser zu spüren
- Emotionale Bindung zum Tier zu entwickeln, was Vertrauen und Selbstbewusstsein stärkt
Die nonverbale Kommunikation mit dem Pferd ist besonders wertvoll für Emilia, die selbst non-verbal ist. Das Pferd reagiert auf Körpersprache — eine Form der Verständigung, die ohne Worte funktioniert.
Ablauf einer Einheit
Eine typische Reittherapie-Einheit dauert 30–45 Minuten und umfasst:
- Begrüßung und Kontaktaufnahme — Emilia begrüßt das Pferd, streichelt es und baut eine Verbindung auf
- Aufwärmen am Pferd — Geführtes Schritten, erste Gewöhnung an die Bewegung
- Therapeutische Übungen — Gezielte Übungen auf dem Pferd (Gleichgewicht, Greifen, Rumpfdrehung)
- Freie Phase — Entspanntes Reiten, in dem Emilia die Bewegung genießen kann
- Abschied — Bewusstes Verabschieden vom Pferd
Weiterführende Informationen
Emilias Reittherapie findet bei der Reittherapie Meindl im Ostalbkreis statt.
Das Deutsche Kuratorium für Therapeutisches Reiten (DKThR) ist der Fachverband für alle Formen des therapeutischen Reitens in Deutschland.